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Der Einfluss der Untergrundbeschaffenheit

Die Erdbebengefahr in der Schweiz hängt von vielen Faktoren ab. Ein entscheidender aber oft unterschätzter Faktor ist der Untergrund, auf welchem ein Gebäude steht. Als Faustregel gilt: Je weicher der Untergrund, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Gebäudeschäden. 

Eigentümern ist die Unterlage ihres Gebäudes oft nicht bekannt​

Die meisten Eigentümer in der Schweiz wissen weder, ob ihr Gebäude auf dem selben Untergrund wie das des Nachbarn steht, noch kennen sie die Bodenbeschaffenheit bis zu einer Tiefe von 50 Metern unter der eigenen Liegenschaft. Dies aus dem einfachen Grund, es gibt kaum Informationen und Studien darüber. 

​Die Universität Bern erforscht zurzeit in einer Projektstudie den Untergrund der Stadt Bern. Bisher ist bekannt, dass der geologische Untergrund aus Gletscherablagerungen, sprich Lehm mit Kies (in der Abbildung grün markiert), Schotter, Kies (grau markiert) und Fels (braun markiert), besteht. Immer noch unbekannt ist, wo die Grenzflächen zwischen Fels, Lehm und Kies verlaufen. Dies wird nun im Rahmen dieser universitären Studie erforscht. 

Karte Bodenbeschaffenheit
Reber et al. (2016; Terra Nova).

Die grossen Schweizer Städte sind auf Lehm und Kies gebaut.

Lehm- und Kiesfüllungen bilden bei den meisten grösseren Städten den Baugrund. Was sich gravierend auf die Erdbebensicherheit auswirken kann. Denn oft sind die Kiesschichten wasserhaltig, sodass sich der Untergrund verflüssigen kann – mit fatalen Folgen. Selbst erdbebensicher gebaute Bauwerke können bei starken Erschütterungen einstürzen. Dass neben der Hauptstadt Bern die meisten grösseren Schweizer Städte wie Zürich, Genf, Biel, Thun oder Interlaken auf solchem Untergrund gebaut sind, ist beunruhigend. 

 

Fallende Gebäude Japan
Abbildung eines Gebäude Falles in Niigata, Japan, Untergrund Lehm und Kies, ausgelöst durch ein Erdbeben.

Schweizweit gibt es kaum Information über den Untergrund.

Der lokale Untergrund ist in der ganzen Schweiz nur ungenügend bekannt und kaum erforscht. Um zumindest grob den Einfluss des Untergrunds aufzuzeigen, stellt der Schweizerische Erdbebendienst diesen auf Karten der Auswirkungen dar (siehe Abbildung links, Karten der Auswirkung) Link zur interaktiven Karte.

Als gesichert gilt: Ein auf Fels gebautes Holzhaus hält bei einem Erdbeben relativ viel aus. Doch nur die wenigsten Gebäude in der Schweiz sind auf felsigem Untergrund gebaut. 

Ist Ihnen das Risiko zu hoch, nicht genau zu wissen, wie die Beschaffenheit des Untergrunds, auf dem Ihr Gebäude steht, aussieht, dann schliessen Sie am besten noch heute eine Erdbebenversicherung ab.  Nur so stehen Sie bei einem Erdbeben finanziell in jedem Fall auf der sicheren Seite.

Karte der Auswirkungen
Karte der Auswirkungen, ETH Zürich, www.seismo.ethz.ch